Hochschule Harz

Pressemitteilungen


Hier finden Sie die Artikel, die im Nachgang der Vorlesungen der GenerationenHochschule erstellt wurden und Ihnen somit einen Überblick über die Inhalte der einzelnen Veranstaltungen geben. Eine komplette Übersicht aller versandten Pressemitteilungen bietet Ihnen unser Pressearchiv.




10.01.2017 | Vorlesung Januar 2017, „Der Wolf: Historisches zum Harzwolf, aktuelle Forschungsergebnisse und internationaler Wolfstourismus“

Frank Raimer, ehemaliger Nationalpark-Förster

Riesiges Interesse bei Januar-Vorlesung der GenerationenHochschule

Ehemaliger Nationalpark-Förster auf den Spuren des Wolfs

Am Dienstag, dem 10. Januar, fanden sich über 260 Bildungsinteressierte zur GenerationenHochschule im AudiMax auf dem Wernigeröder Campus ein. Im Rahmen der Auftakt-Veranstaltung des neuen Jahres referierte Frank Raimer über das Thema: „Der Wolf: Historisches zum Harzwolf, aktuelle Forschungsergebnisse und internationaler Wolfstourismus“.


Zu Beginn gab der ehemalige Förster des Nationalparks Harz einen fundierten Einblick in die Fachliteratur, die sich mit dem Wolf als Forschungsobjekt beschäftigt. Anschließend folgte eine kundige Einführung in die Biologie des „Canis lupus“: „Der Wolf hört über 100 Mal besser als der Mensch. Seine Augen sind in der Dämmerung äußerst leistungsstark, sodass er Grautöne besonders gut wahrnimmt“, so der studierte Ökologe.


Im ersten Nationalpark der Welt, dem Yellowstone Nationalpark in den USA, war 1995 die aktive Wiederansiedlung des Wolfs ein bedeutender Schritt für die Forschung und den Tourismus. „Beim so genannten ‚Wolf Watching‘ können dort jährlich rund drei Millionen Gäste Wölfen und weiteren großen Raub- und Wildtieren begegnen“, so der Experte. Von der Rückkehr des Raubtiers profitiert nun das dortige Ökosystem. Insbesondere durch den Einfluss des Wolfs auf die Huftierpopulationen kehren Laubhölzer wie Pappeln und Weiden zurück. „Diverse Vogelarten, aber auch Biber finden entlang der baumbegleiteten Bäche und Flüsse ein Zuhause“, berichtete der Waldökologe.


Dass der Wolf nicht immer erwünscht war, machte der Experte anhand eines historischen Rückblicks deutlich: „Der germanische Göttervater Odin hatte zwei Wölfe an seiner Seite, die er nachts aussandte, um sich berichten zu lassen, was in den Dörfern geschah.“ Durch den Sieg Karls des Großen über die Sachsen änderte sich die Götterwelt der Germanen und damit das positive Wolfsbild. Wölfe wurden verfolgt und auf Treib- und Lustjagden durch den Adel getötet. Im Harz wurde 1798 unterhalb des Brockens am Pfotenberg der letzte Wolf durch Graf Ferdinand erlegt.


In Deutschland leben aktuell etwa 60 Wolfsrudel. Acht davon halten sich in Sachsen-Anhalt auf. „Wölfe können weite Strecken zurücklegen. So lief der Wolf Alan in 66 Tagen nachweislich über 1.500 Kilometer“, so der Referent. „Informationen über die Bewegungsmuster der Raubtiere liefern Fotofallen oder Telemetriedaten von Halsbandsendern“, ergänzte der Experte.


Der nächste Vortrag der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 14. Februar, von 17 bis 19 Uhr, im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9) auf dem Wernigeröder Campus statt. Olesya Herfurth, Übersetzerin, Lehrbeauftragte und Führerin im Schloß Wernigerode® berichtet über „Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode: Manager, Politiker, Familienvater“. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei, die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



Bild: Frank Raimer, ehemaliger Nationalpark-Förster, begab sich bei der Auftakt-Vorlesung der GenerationenHochschule im vollbesetzten AudiMax auf die Spuren des Wolfs. Foto: Hochschule Harz.

Bild:Frank Raimer, ehemaliger Nationalpark-Förster, begab sich bei der Auftakt-Vorlesung der GenerationenHochschule im vollbesetzten AudiMax auf die Spuren des Wolfs. Foto: Hochschule Harz

14.02.2017 | Vorlesung Februar 2017, „Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode: Manager, Politiker, Familienvater“

Olesya Herfurth

Vorlesung der GenerationenHochschule ausgebucht

Leben und Wirken von Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode traf auf großes Interesse

Auch die Februar-Vorlesung der GenerationenHochschule war ausgebucht: über 240 Bildungsinteressierte kamen im AudiMax auf dem Wernigeröder Campus zusammen. Olesya Herfurth, Übersetzerin und Führerin im Schloß Wernigerode® stellte „Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode: Manager, Politiker, Familienvater“ vor.


Durch den frühen Tod seines Vaters und seines älteren Bruders rückte Otto in der Erbfolge an die erste Stelle. Nach seinem Studium und dem Tod des Großvaters wurde ihm die Regierung der Grafschaft Wernigerode übertragen. „Als Otto sich mit der veralteten Verwaltung konfrontiert sah, leitete er wichtige Reformen, etwa in der Bauverwaltung oder der Schulbildung, ein“, berichtete Olesya Herfurth, die am Sprachenzentrum der Hochschule Harz Russisch und Business English unterrichtet.


Ottos politische Karriere wurde maßgeblich vom „Eisernen Kanzler“ Otto von Bismarck geprägt, der ihn 15 Jahre lang protegierte, die Expertin erklärte: „Er wollte Ottos Geschicke und diplomatische Fähigkeiten für sich nutzen, daher machte er ihn mit gerade einmal 29 Jahren zum 1. Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hannover. Er sollte zwischen der preußenfeindlichen Provinz und Berlin vermitteln.“ 1878 wurde der Graf zum Vizekanzler und -präsidenten des preußischen Staatsministeriums ernannt und gewann 1879 Kaiser Wilhelm I für den Zweibund mit Österreich-Ungarn.


Darüber hinaus rief Otto zu Stolberg-Wernigerode den sozialen Gedanken ins Leben: „Als aus dem Agrar- ein Industriestaat wurde, engagierte sich Otto für würdige Arbeitsbedingungen und führte in der Grafschaft Hilfskassen ein“, so die Dozentin. Seine Reformen schlug er im Reichstag vor, doch diese Eigenmächtigkeit missfiel Otto von Bismarck. 1883 wurde die Krankenversicherung eingeführt, 1889 die Invaliditäts- und Altersversicherung. „Deutschland wurde ein Sozialstaat und der erste Staat der Welt, der die Arbeiterfrage durch Hilfskassen gelöst hat“, erläuterte die studierte Dolmetscherin. Bis zu seinem Tod stand ihm seine Frau Anna Reuß, die ihm vier Söhne und drei Töchter schenkte, als treue Gefährtin zur Seite.


Die GenerationenHochschule lädt einmal monatlich jeweils an einem Dienstag von 17 bis 19 Uhr auf den Wernigeröder Campus ein. Das vielseitige Angebot richtet sich an alle, die Interesse an Wissenschaft, aktuellen Themen und Weiterbildung haben. Für die Teilnahme sind weder spezifische Vorkenntnisse, noch spezielle Qualifikationen wie Abitur oder Hochschulabschluss notwendig. Die Teilnahme ist stets kostenfrei, die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de



GenerationenHochschule im Februar

Bild:Olesya Herfurth erklärte bei der Februar-Vorlesung der GenerationenHochschule das Leben und Wirken von Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode Foto: Hochschule Harz

07.03.2017 | Vorlesung März 2017, „Digitalisierung: Fluch oder Segen für die deutsche Ingenieurskunst?“

Prof. Dr.-Ing. Thomas Leich

GenerationenHochschule zur Zukunft der Ingenieurskunst

Wernigeröder Stiftungsprofessor diskutiert Für und Wider der Digitalisierung

Bei der März-Vorlesung der GenerationenHochschule ging Prof. Dr.-Ing. Thomas Leich einer hochaktuellen Frage nach: „Digitalisierung: Fluch oder Segen für die deutsche Ingenieurskunst?“.


Der 40-jährige Professor ist seit 2014 Inhaber der Volkswagen Financial Services Stiftungsprofessur für Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Harz und zweifacher Hugo-Junkers-Preisträger. Er konnte sowohl aus der Welt der Wissenschaft als auch der Praxis berichten und erläuterte zunächst Fachbegriffe der Digitalisierung. „Ein sogenanntes ‚Smart Product‘ bietet durch integrierte Informations- und Kommunikationstechnologie Zusatznutzen für den Kunden. Ein gutes Beispiel ist das automatische Absetzen des Notrufs durch das Auslösen des Airbags im Auto“, so der Experte. Darüber hinaus machte der Wirtschaftsinformatiker deutlich, dass die Datensammlung und -nutzung an Bedeutung gewinnt. So sei es das Ziel der sogenannten „Predictive Maintenance“, mithilfe gesammelter Fahrzeugdaten zu ermitteln, mit welcher Wahrscheinlichkeit welches Teil als nächstes einen Defekt aufweist.


Wie stark die Digitalisierung im Automobilsektor Einzug hält, verdeutlichte der Referent an einem Beispiel: „Als erstes Auto mit integrierter Software benötigte das Oldsmobile Toronado 1977 gerade einmal 100 Zeilen Programmier-Code. Für eine selbstfahrende S-Klasse müssen heute ganze 100 Millionen Zeilen Code programmiert werden.“ Das erhöht gleichzeitig die Störanfälligkeit: In 100 Zeilen Programmier-Code befindet sich üblicherweise mehr als ein Fehler.


Unternehmern aller Branchen stellt sich in Zeiten der Industrie 4.0 die Frage, wie sie geschäftsfähig bleiben können. So reagierte ein Sarg-Hersteller auf die Digitalisierung, indem er nun Produkte anbietet, die sich online individualisieren lassen. „Da gibt es zwischen Deutschland und anderen Ländern keine wesentlichen Unterschiede. Zwar belegen wir beim Strukturwandel laut Statistiken den letzten Platz, doch um unsere Innovationskraft brauchen wir uns keine Sorgen zu machen: Die hiesige Automobilwirtschaft ist das beste Beispiel für deutsche Wertarbeit und Ingenieurskunst“, resümierte Thomas Leich abschließend.


Der nächste Vortrag der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 11. April, von 17 bis 19 Uhr im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9) auf dem Wernigeröder Campus statt. Dr. med. Uwe Grahmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Harzklinikum D.C. Erxleben Wernigerode, widmet sich dem Thema „Wieviel Chirurgie muss sein? Der Weg zur Operationsbegründung“. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei, die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



GenerationenHochschule im März

Bild:Olesya Herfurth erklärte bei der Februar-Vorlesung der GenerationenHochschule das Leben und Wirken von Fürst Otto zu Stolberg-Wernigerode Foto: Hochschule Harz

011.04.2017 | Vorlesung April 2017, „Wieviel Chirurgie muss sein? Der Weg zur Operationsbegründung.“

Dr. med. Uwe Grahmann

April-Vorlesung der GenerationenHochschule

Chirurg des Harzklinikums beleuchtet Operationsbegründungen und warnt vor „Dr. Google“

Erneut riesiges Interesse an der GenerationenHochschule: Zur April-Vorlesung strömten über 270 Bildungsinteressierte ins AudiMax auf den Campus der Hochschule Harz. Dr. med. Uwe Grahmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben, referierte zum Thema „Wieviel Chirurgie muss sein? Der Weg zur Operationsbegründung“.


Zunächst ging es um Begrifflichkeiten; so versteht man unter einer OP-Indikation die medizinische Rechtfertigung für einen operativen Eingriff. „Ein solcher Eingriff stellt laut BGB eine Straftat dar, die erst durch die Einwilligung des Patienten straffrei wird“, so der Facharzt für Viszeralchirurgie und Proktologie. „Eine OP-Indikation lässt sich unter anderem nach der Stärke der Begründung differenzieren. Bei einer absoluten Indikation muss man dem Patienten einen Eingriff empfehlen. Hat der Patient jedoch eine Krankheit, die auch ohne Operation - wenn auch weniger effektiv - behandelt werden kann, so liegt eine relative Indikation vor, das heißt, man könnte einen Eingriff empfehlen“, erläuterte der Mediziner. Bei einer Kontraindikation hingegen darf der Patient überhaupt nicht operiert werden.


Vertrauen sei dabei stets ein wichtiger Faktor. Der Dozent berichtete, während Aufklärungsgesprächen oft mit Selbstdiagnosen via „Dr. Google“ konfrontiert zu werden; er warnte vor diesem Vorgehen: „Informieren Sie sich möglichst wenig in Internet-Foren, Sie finden dort kein fundiertes Wissen. Als Patient müssen Sie der Empfehlung Ihres Chirurgen vertrauen und dies bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen.“


Aber auch das Wissen von Medizinern hat Grenzen - und ist abhängig vom wissenschaftlichen Erkenntnisstand, das machte der Referent mittels eines Beispiels deutlich: „Früher ging man davon aus, dass Magengeschwüre durch Magensäure verursacht würden. Daher wandte man ab 1881 die 2/3-Resektion nach Billroth an, bei der der säureproduzierende Teil des Magens entfernt wurde. Diese riskante und verstümmelnde OP wurde später durch die Vagotomie, einen kleineren Eingriff, bei dem die Magennerven durchtrennt werden, abgelöst“, so der Chefarzt. Erst in den 1980er Jahren entdeckten die Forscher Warren und Marshall, dass das Magenulcus eine Infektionskrankheit ist. „Das unkomplizierte Geschwür bedarf also keiner OP, sondern lediglich einer Antibiotikatherapie“, so der Chirurg.


Der nächste Vortrag der GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 16. Mai, von 17 bis 19 Uhr, im AudiMax („Papierfabrik“, Haus 9) auf dem Wernigeröder Campus statt. Prof. Dr. Ulrike Starker, Professorin für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Harz, spricht zum Thema „Kopf, Herz, Bauch: Die Bedeutung der Emotionen im Alltag“. Eine Woche vorher, am Dienstag, dem 9. Mai, ebenfalls von 17 bis 19 Uhr, wartet im Rahmen der Europawoche eine Sondervorlesung der „GenerationenHochschule aktuell“. Am Halberstädter Standort spricht Prof. Dr. André Niedostadek vom Fachbereich Verwaltungswissenschaften über „Johannes Teutonicus: Von Bologna in den Harz - Auf den Spuren eines europäischen Rechtsgelehrten“. Die Teilnahme ist jeweils kostenfrei, die Anmeldung erfolgt unter www.generationenhochschule.de.



GenerationenHochschule im April

Bild:Zur April-Vorlesung strömten über 270 Bildungsinteressierte ins AudiMax der Hochschule Harz. Dr. med. Uwe Grahmann, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben, referierte zum Thema „Wieviel Chirurgie muss sein? Der Weg zur Operationsbegründung“. Fotos: Hochschule Harz

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